EU stoppt Thunfischfang im Mittelmeer
(Katalonien maritim)EU stoppt Thunfischfang im Mittelmeer
Brüssel - Die Europäische Kommission hat am 19. September das Fischen des Blauflossenthun im Mittelmeerraum vollständig untersagt. Die aktuell ermittelten Bestände der bedrohten Thunfischart in Mittelmeer und Ostatlantik erreichten inzwischen dramatische Tiefstände. Das Thunfischfangverbot betreffe vor allem Zypern, Griechenland, Malta, Portugal and Spanien. Frankreich und Italien hätten schon im Juli und August ihre Fischereien geschlossen.
Ein EU-Sprecher äusserte sich dazu: "Die europäischen Mitgliedsstaaten hätten ihre Quoten von 16.779,5 Tonnen bereits ausgelastet. Die Kommission muss deshalb den kompletten EU-Fischfang schließen.“ Fehler in den Fangdaten wurden bemerkt und die Kommission beabsichtigt, effiziente Methoden zu finden, um solche Missstände künftig zu verhindern.
„Es gibt nach wie vor Probleme, sowohl was die Gleichheit zwischen den Mitgliedsstaaten als Mittelmeeranrainer, als auch das Überfischen eines Bestandes, der schon durch Ausrottung gefährdet ist, betrifft“, sagte der EU-Kommissar Joseph Borg, in Brüssel zuständig für Fischerei und maritime Angelegenheiten. Borg sagte ausserdem, das "EU-Länder, die bis zum Fangstopp ihre Quote noch nicht erschöpft hätten, Kompensationsmaßnahmen durch die EU erwarten könnten.
Schon lange gibt es internationale Regelungen für Fischfangquoten. So hat die Internationale Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) auf einem Treffen in Tokio die EU-Quote von 16.779,5 Tonnen festgelegt und auf die Mitgliedsstaaten aufgeteilt.
Ebenso selbstverständlich gibt es sowohl EU- als auch internationale Vergeltungsmaßnahmen, wenn einzelne Staaten über ihre Quoten hinaus die Bestände leer fischen. So sieht die ICCAT eine hohe Priorität in der Erhöhung gemeinsamer internationaler Überprüfungen auf See. Auch sollen importierende Länder, wie beispielsweise Japan, verstärkt in die Pflicht genommen werden. Bisher jedoch besteht weiterhin ein grosses Problem des ungeklärten illegalen Fischfangs bestehen, durch den der Thunfisch langsam, aber sicher als natürliche Lebensform ausstirbt.
Datum: 15.10.2007
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