Stierkampf in Katalonien verboten

Stierkampf
Stierkampf in Katalonien verboten - Sieg für die Stiere und den Tierschutz

Stierkampf in Katalonien verboten

Katalonien verbietet Stierkämpfe, so genannte Corridas ab 2012. Auch wenn in Katalonien kaum noch Stierkämpfe stattfinden, so gilt die Entscheidung im Parlament der spanischen Region Katalonien in Barcelona zum Verbot und zur Abschaffung des Stierkampfes als wegweisend für ganz Spanien. Früher oft als Spektakel für Touristen im Katalonien-Urlaub angepriesen, ziehen Stierkämpfe heute nicht mal mehr die Katalanen selbst zu den traditionellen katalanischen Corridas.
Stierkämpfer, so genannte Matadores oder Toreros, hatten in Spanien lange Zeit Kultstatus – und fast wie wutschnaubende Stiere gingen denn auch die katalanischen Politiker in einer emotional geführten Debatte zum Thema Stierkampf-Verbot in Katalonien aufeinander los. Die Entscheidung fiel zugunsten der Stierkampf-Gegner, allerdings recht knapp aus: 68 Abgeordnete votierten für das Verbot von Stierkampf-Veranstaltungen, 55 stimmten dagegen, neun enthielten sich.
Der Beschluss zum völligen Verbot von Stierkämpfen in der autonomen Gemeinschaft Catalunya gilt ab dem 1. Januar 2012, während in anderen Regionen in Spanien Stierkämpfe erlaubt bleiben. Lediglich auf den Kanarischen Inseln wurden Stierkämpfe bereits 1991 für illegal erklärt. Zwar fanden in der wirtschaftsstärksten Region des spanischen Festlands in den letzten Jahren nur noch wenige Stierkämpfe statt, das Verbot Stiere in öffentlichen Veranstaltungen zu töten wertet man auf der iberischen Halbinsel dennoch als starkes Signal für den Rest des Landes. Die bei der Kampfabstimmung unterlegenen Anhänger des meist blutigen Stierkampf-Spektakels wollen nun das spanische Verfassungsgericht in Madrid anrufen.
Spaniens Tierschützer erklären das Abstimmungsergebnis im Anschluss an die Debatte im Parlament von Katalonien zu einem historischen Sieg für den Tierschutz in Katalonien, denn ein Stierkampf endet in der Regel für den Stier tödlich. Notwendig wurde die Verbots-Abstimmung in Barcelona auf Druck der Tierschutzinitiative Prou! ("Es reicht!"), die Ende vergangenen Jahres 180.000 Unterschriften für ein Volksbegehren zur Abschaffung des Stierkampfes gesammelt und dem Parlament vorgelegt hatte.
Nach den Worten von Prou!-Sprecherin Anna Mulà bedeutet der Kampf zwischen Matador und Kampfstier für die Tiere nichts weiter als Folter und Schmerz. Sie hatte die katalanischen Abgeordneten in einer emotionsgeladenen Rede dazu aufgerufen, "eine Botschaft des Erbarmens und des Fortschritts an die Menschheit" zu richten und der Tierquälerei in katalanischen Stierkampf-Arenen ein Ende zu bereiten.
Diese Ende aller Stierkämpfe in Katalonien schien ohnehin vorhersehbar, denn seit Jahren sank die Zustimmung zu den archaischen Corridas in Katalonien stetig, so dass die Zahl der Stierkämpfe in Katalonien selbst und ganz Spanien rückläufig war: Sie sank in den vergangenen Jahren auf rund 1.000 Stier-Kämpfe pro Saison. In Katalonien fanden regelmäßige "Stierkampf-Corridas" ohnehin nur noch in der einzigen Arena in der Hauptstadt Barcelona statt. Mit nur 15 Stierkampf-Events pro Jahr war die Arena selten ausverkauft und musste subventioniert werden. Nach dem heutigen Beschluss zum Verbot von Stierkämpfen in Katalonien wird sie endgültig geschlossen.
Siehe auch: Stierkampf in Südfrankreich – „Course landaise“ und „Course Camarguaise“ - bei den "Feria" genannten Veranstaltungen mit Stieren in Südfrankreich stirbt kein Tier…

R. Rinnau

Foto: VoyageMedia / Katalonien-Netz.de

Datum: 28.07.2010

Kommentar (2)

Rodrigo

(29.07.2010)

Bravo! Endlich mal eine gute Nachricht!

Antonietta

(29.07.2010)

Fast 1.500 Stierkämpfe finden jährlich statt. 31.000 Tiere werden alleine in Spanien auf die Quälerei in den Arenen vorbereitet. Und dabei verdienen die Züchter kräftig - der EU sei dank. Denn die greift den Züchtern mit sogenannten Sonderprämien für männliche Rinder unter die Arme. Gelder, die eigentlich als Ausgleichszahlungen für den gesunkenen Marktpreis von Rindern gedacht waren. Auch Kampfstierzüchter können diese Bestandsprämien beantragen. Nach Berechnungen einer dänischen Zeitung unterstützt die EU die spanischen Stierkämpfe mit 8,2 Millionen Euro. Stierkampf ist grausamer Tiermord. Wer dafür Geld ausgibt, wird mitschuldig !

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