Vilacolum: Befestigungsanlage, Sant Esteve und Landschaftsgeschichte

File:Rectoria (Vilacolum).jpg File:Rectoria (Vilacolum).jpg Foto: Lamontse via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Kultur und Geschichte

Die Befestigungsanlage von Vilacolum ist als Bé Cultural d’Interès Nacional (BCIN), also als Kulturgut von nationalem Interesse, eingestuft. Vermutlich wurde sie im 13. und 14. Jahrhundert errichtet. Ein gut erhaltenes Portal der mittelalterlichen Befestigungsanlage dient als Durchgang zur Pfarrkirche Sant Esteve de Vilacolum. Anlage, Portal und Kirche bilden dabei eine bauliche Abfolge, in der mittelalterliche Verteidigung und sakrale Architektur unmittelbar aufeinandertreffen.

Sant Esteve de Vilacolum ist eine Kirche des 18. Jahrhunderts. Ihr Bau besitzt ein einschiffiges Langhaus, Seitenkapellen und eine polygonale Apsis. Östlich des Platzes von Vilacolum befindet sich außerdem ein rundbogiges, mit Keilsteinen ausgeführtes Portal. Es führt in einen überwölbten Durchgang zur Kirche und zum Friedhof.

Auch die ältere Geschichte des Kircheninneren reicht über die heutige Nutzung des Bauwerks hinaus. Archäologische Ausgrabungen identifizierten dort neun Vorratsgruben. Für die Zeit vor dem 10. Jahrhundert wurde dieser Ort als nichtreligiöser Platz interpretiert. So stehen an Sant Esteve ein Kirchenbau des 18. Jahrhunderts, mittelalterliche Bauelemente und archäologische Spuren aus einer Zeit vor dem 10. Jahrhundert in direktem Zusammenhang. Die Baugeschichte führt damit durch mehrere Zeitschichten: Auf die vermutlich mittelalterliche Befestigungsanlage folgt der Kirchenbau des 18. Jahrhunderts, während die Vorratsgruben auf eine noch ältere Nutzung des Kircheninneren verweisen.

Landschaft und Wasserbau

Die mit Vilacolum verbundenen ehemaligen Seen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts trockengelegt, um fruchtbare Ackerflächen zu schaffen. Die Landschaft ist damit auch durch einen historischen Eingriff in den Wasserhaushalt geprägt, der aus früheren Seen landwirtschaftlich nutzbare Flächen machte.

Für die Entwässerung der Seen von Siurana, Sant Tomàs und Vilacolum kamen eine Dampfpumpe sowie ein System aus Kanälen und Entwässerungsgräben zum Einsatz. Dieses System diente zugleich der Bewässerung. Das Wasser wurde zum Rec Sirvent und schließlich zur Mündung des Fluvià geleitet. Entwässerung und Bewässerung gehören hier somit zu derselben technischen Wasserführung: Das Wasser wurde zum Rec Sirvent und schließlich zur Mündung des Fluvià geleitet. Die historische Wasserführung zeigt, dass Trockenlegung und Bewässerung über dieselben technischen Anlagen zusammengehörten. Die Trockenlegung war somit nicht nur eine Veränderung der früheren Seenlandschaft, sondern Teil eines technischen Systems, das Wasser zunächst ableitete und anschließend für die Bewässerung nutzbar machte.

Ziele im Umfeld

In der Umgebung von Vilacolum ist Ruïnes d'Empúries sowohl als Museum als auch als antike Stätte verzeichnet. Ebenfalls in der Umgebung von Vilacolum sind die Greek necropole of El Portitxol als antike Stätte, das Museu de la Tècnica de l'Empordà als Museum und der Butterfly Park Empuriabrava als Zoo verzeichnet.

Zum Umfeld gehören außerdem mehrere Strände: Platja de la Gola, Platja de la Devesa und Platja del Portitxol sind jeweils als Strand verzeichnet. Bei Museen, Zoo und antiken Stätten empfiehlt sich vor dem Besuch die Prüfung aktueller Öffnungszeiten und Veranstaltungstermine.

Geografische Einordnung

Die C-31 zwischen La Bisbal d’Empordà und Figueres führt durch Vilacolum.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Torroella De Fluvià.

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