Gerri de la Sal: Mittelalter, Salz und Morisca
Kultur
Gerri de la Sal wurde als Kulturgut von nationalem Interesse in der Kategorie „historisches Ensemble“ eingestuft. Der Ort bewahrt ein umschlossenes mittelalterliches Ortsensemble, dessen geschlossene Anlage den historischen Charakter des Ortes prägt.
Ortsbild
Gerri de la Sal entwickelte sich auf dem schmalen Uferstreifen zwischen dem Noguera Pallaresa und dem Berg. Die Bebauung bildet eine lange, von Norden nach Süden verlaufende Reihe. Die Gebäude sind übereinander und terrassenartig angeordnet. Dadurch zeigt die bauliche Struktur mehrere Ebenen innerhalb einer durchgehenden Ortsreihe, während der Fluss und der Berg den verfügbaren Raum an beiden Seiten begrenzen.
Salz
Die Salinen von Gerri de la Sal bestehen aus unregelmäßig angelegten Becken mit unterschiedlich geformten Steinmauern und Lehmverkleidung. Wasser aus einer nahe dem Ort gelegenen Salzquelle speiste die Becken. In der Wärme entstand durch Verdunstung das gewonnene Salz. So gehören sowohl die Quelle als auch die Becken mit ihren Mauern und ihrer Lehmverkleidung zum überlieferten Zusammenhang der Salzgewinnung.
Das Real Alfolí de Gerri war das ehemalige Salzlagerhaus von Gerri und beherbergt heute das Museu de Gerri de la Sal. Das Gebäude umfasst drei Stockwerke mit jeweils 640 m² und ein Dach. Es geht auf eine im 18. Jahrhundert vorgenommene Erweiterung zurück. Der Alfolí verbindet damit seine frühere Funktion als Salzlagerhaus mit seiner heutigen Nutzung als Museu de Gerri de la Sal.
Der Alfolí und die Salinen von Gerri de la Sal ermöglichen Besuchern, den Prozess der Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung von Salz kennenzulernen. Die einzelnen Schritte reichen dabei von der Entstehung des Salzes in den Becken bis zu seiner späteren Lagerung und Vermarktung im Alfolí.
Museum
Das Museu de Gerri de la Sal befindet sich im oberen Teil des Ortes an der Plaça Àngel Esteve, die im Volksmund Plaça del Mercadal heißt, und ist zu Fuß über den Carrer del Mig oder den Carrer Sant Sebastià erreichbar.
Bauwerke
Die romanische Brücke von Gerri stammt aus dem 11. Jahrhundert und überquert den Noguera Pallaresa. Über diese Brücke ist das Monestir de Santa Maria de Gerri erreichbar.
Die Torre de la Presó de Gerri ist ein mittelalterlicher Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert.
Tradition
In Gerri de la Sal ist die Morisca bis heute ein lebendiger, überlieferter Tanz und ein herausragender Ausdruck der katalanischen Folklore. Als Ball de la Morisca wird der traditionelle Tanz während der Festa Major von Gerri de la Sal am dritten Sonntag im August aufgeführt.
Der Ball de la Morisca wird paarweise getanzt. Die Refrainzeile wird dreizehnmal wiederholt, während die Tänzerin zweimal mit der Ferse auf den Boden schlägt. Trabucaires schießen dabei von den Balkonen der Plaça Sant Feliu. In diesem Ablauf verbinden sich der paarweise Tanz, die wiederholte Refrainzeile und die Schüsse von den Balkonen zu den überlieferten Einzelheiten der Aufführung.
Flusslandschaft
Eine Rafting- oder Kajakroute des Geoparc Orígens führt durch die vom Noguera Pallaresa geprägten Landschaften und ermöglicht es Besuchern, das mittelalterliche Erbe von Gerri de la Sal zu erkunden. Die Route verbindet dabei die Flusslandschaften mit der Erkundung des mittelalterlichen Erbes von Gerri de la Sal.
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