Bahnstreik Frankreich

Bahnstreik Frankreich
Bahnstreik Frankreich

Paris (AFP) - Mit einem der grössten Bahnstreiks der letzten Jahre suchen in Frankreich die Gewerkschaften die Machtprobe mit Präsident Nicolas Sarkozy.
Seit dem frühen Morgen des 18.10.2007 ist der Bahnverkehr landesweit "sehr beeinträchtigt", wie die SNCF mitteilte. Demnach fahren kaum TGV-Hochgeschwindigkeitszüge; in Paris fährt fast keine Metro. In anderen französchen Städten wie Marseille gab es starke Störungen. Streikende Mitarbeiter der Energiekonzerne stellten Präsident Sarkozy auf dessen Wochenendsitz den Strom ab. Die Regierung zeigte sich inzwischen gesprächsbereit, will aber am Kern der Reform nicht rütteln.

Der Protest der Eisenbahner und anderer Streikender kurz nach dem Amtsantritt Sarkozys richtet sich gegen die von der französischen Regierung geplanten Abschaffung der Frührente bei Staatsunternehmen. 1995, vor zwölf Jahren, hatte zuletzt eine Regierung versucht, dieses Privileg zu kippen. Damals Frankreich fast drei Wochen lang gelämt, bis die Regierung nachgab.

Auch jetzt wirken die Großbahnhöfe in Paris wie ausgestorben, während viele Franzosen Fahrgemeinschaften bildeten oder gleich zu Hause geblieben waren. In der französischen Hauptstadt verkehrt im Schnitt nur eine von sechs Métros. Auf ca. 20 Mio. Euro schätzt die SNCF die erwarteten Einnahmeausfälle.

Die Gewerkschaft CGT sagt in ersten Stellungnahmen, die Beschäftigten hätten gar keine andere Wahl gehabt. Sarkozy`s Regierung habe sie vor vollendete Tatsachen gestellt und verweigere jeglichen Dialog.

Auch die Region Katalonien mit dem TGV-Halt in Narbonne und Perpignan ist betroffen - in Perpignan konnte erst kürzlich ein Streik der Feuerwehrleute am Flughafen Perpignan beendet werden.

Bislang konnten viele Beschäftigte bei der SNCF, den Pariser Verkehrbetrieben und den Energieunternehmen EDF und GDF teils schon mit gut 50 Jahren in Rente gehen; die konservative Regierung will nun die Lebensarbeitszeit von durchschnittlich 37,5 auf 40 Jahre erhöhen. Den Staat kostet die bestehende Regelung derzeit jährlich rund fünf Milliarden Euro. Alle acht Bahngewerkschaften Frankreichs wollen ebenso unnachgiebig bleiben und zunächst bis Freitagmorgen um 08.00 Uhr die Arbeit ruhen lassen.

Datum: 18.10.2007

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