Montferrer: Mühlengeschichte, Kirchen und Burgspuren

Kultur

Die Antiga Farinera de Montferrer wurde 1911 über einer älteren Getreidemühle errichtet, die aus dem Jahr 1868 stammt. In der Anlage sind 26 Hauptmaschinen erhalten, die mit Wasserkraft betrieben wurden. Die ältere Mühle und der spätere Bau gehören damit zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten der Geschichte dieses Ortes. Die erhaltenen Maschinen zeigen zugleich die technische Seite der früheren Nutzung, deren Antrieb auf Wasserkraft beruhte. Die Farinera ist Teil der Ruta dels Oficis d’ahir, eines Verbunds aus neun kleinen Museen in der Region Alt Urgell zur Entdeckung vergangener Handwerke. Ihre Geschichte steht dadurch nicht isoliert, sondern ist mit weiteren Orten verbunden, an denen traditionelle Arbeitsweisen der Region thematisiert werden.

Im Inneren der Kirche Mare de Déu de la Trobada sind vier deutlich sichtbare Besiedlungsphasen erkennbar. Dazu gehören eine römische sowie eine frühchristliche oder vorromanische Phase. Eine weitere Phase ist romanisch und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die vierte erkennbare Phase ist neuzeitlich. An einem einzigen Kirchenbau lässt sich so eine Abfolge von der römischen über die frühchristliche oder vorromanische und romanische Zeit bis in die Neuzeit ablesen. Entscheidend ist dabei, dass diese Phasen im Inneren deutlich sichtbar sind und nicht nur über historische Jahreszahlen überliefert werden. Die Kirche verbindet daher unterschiedliche Abschnitte der Ortsgeschichte in einem konkret erkennbaren Bauwerk.

Geschichte

Die Kirche Mare de Déu de la Trobada ist von der N-260 über eine Abzweigung erreichbar. Von dieser Abzweigung führt eine weniger als 300 Meter lange Straße bis zur Plaça de la Trobada. Die Zufahrt und ihre Länge sind damit für die unmittelbare Orientierung an diesem Ziel klar beschrieben, ohne dass die Lage mit einer längeren Wegstrecke innerhalb des Ortes verwechselt werden muss.

Die Überreste der Burg von Montferrer befinden sich im Keller von Cal Miqueló. Das Haus liegt am oberen Ende des Dorfes und ist dort das höchstgelegene Haus. Im Jahr 1087 wurde die Burg von Montferrer von Archidiakon Guillem Arnau zusammen mit der Kirche von Aravell dem Kanonikerstift von Urgell übertragen. Die Burg erscheint damit sowohl über ihren erhaltenen Ort im Keller von Cal Miqueló als auch über ihre schriftlich überlieferte Übertragung im Jahr 1087. Der Bezug zur Kirche von Aravell und zum Kanonikerstift von Urgell gehört zu dieser historischen Einordnung ebenso wie der genannte Archidiakon Guillem Arnau.

In Montferrer sind die Basis eines runden Turms und ein abgeschrägter Mauerabschnitt mit Schießscharten erhalten. Der Mauerabschnitt ist wahrscheinlich spätmittelalterlich. Die Kirche Sant Vicenç de Montferrer ist seit 1093 urkundlich belegt und als Kulturgut von lokalem Interesse anerkannt. Bei den Burgspuren handelt es sich somit um unterschiedliche erhaltene Bauteile: eine Turmbasis und einen abgeschrägten Mauerabschnitt mit Schießscharten. Sant Vicenç ergänzt diese sichtbaren Spuren um eine Kirche, deren urkundliche Belegung bis in das Jahr 1093 zurückreicht und die zugleich den Status eines Kulturguts von lokalem Interesse besitzt.

Natur

Der alte Ortskern von Montferrer liegt auf einem kleinen, 732 Meter hohen Bergrücken am Segre. Die Route Arfa–Castellciutat–La Seu d’Urgell führt an dem Hügel vorbei, auf dem das Dorf Montferrer liegt. Ortskern, Bergrücken, Höhenangabe und Flussbezug gehören damit zur geografischen Beschreibung Montferrers; die genannte Route wird ausdrücklich in Beziehung zu dem Hügel gesetzt, auf dem das Dorf liegt.

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