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Reis
Den Reis und den Reisanbau im katalanischen Ebro-Delta verdankt Katalonien den Mauren. Sie führten den Reisanbau im 8. Jahrhundert in Katalonien ein.
Auch die Katalanen aßen Reis in immer grösseren Mengen, und so bauten man den Reis in Karalonien vor allem dort an, wo die natürlichen Gegebenheiten am besten waren. Die Voraussetzungen für den Reisanbau in Katalonien haben sich seither praktisch nicht verändert. Nicht nur wird der katalanische Reis an denselben Orten angebaut, es haben sich teilweise sogar Bewässerungskanäle und Verteilungsregeln erhalten, die von den Mauren vor mehr als 1200 Jahren installiert wurden.
Aber mit der Vertreibung der Mauren aus Katalonien nach der Reconquista, der Wiedereroberung Kataloniens und der iberischen Halbinsel im 13. Jahrhundert, verjagten die kataholischen Herrscher Kataloniens nun auch die Spezialisten der Bewässerungskulturen. Ein weiteres Problem beschränkte den Reisanbau und führte sogar zu seinem völligen Verbot: Malaria.
In den Sümpfen Kataloniens und der Lagune Albufera südlich von Valencia, in der ebenfalls Reis angebaut wurde, fanden auch Mücken günstige Bedingungen. Über jahrhunderte hielt man den Reisanbau in Katalonien für die Ursache des Fiebers. Erst 1860 wurde das Verbot des katalanischen Reisanbaus aufgehoben.
Gleichwohl hatte sich der Reisanbau in Katalonien insbesondere in Kataloniens südlichem Zipfel vor und um Valencia herum schon ausgebreitet. Nun ging man daran, das Delta des Ebro (Riu Ebre - Delta de l`Ebre) trocken zu legen und auch dort Reis für den ständig wachsenden Bedarf der Katalanen zu kultivieren.
Die Arbeitsbedingungen während der Anlage der katalanischen Reiskulturen im Ebro-Delta waren hart und Malaria auch hier an der Tagesordnung. „Terra de arrós, terra de plos“ – „Reisland – Tränenland“ sagten die Katalanen zum Ebrodelta.
Heute sorgt eine traditionelle Mischkultur für ausgewogenee, gesunde Böden und auch die Wasserregulierung schafft ideale Reisanbau-Bedingungen. Die Katalanen erwarten vor allem, dass der Reis den sie zu ihren katalanischen Top-Spezialitäten wie der originalen Paella Valenviana oder des Arroz negro des „schwarzen Reis“, sehr saugfähig ist und die Aromen der anderen Zutaten gut aufnimmt.
Reis ist in katalanischen Gerichten nicht Beilage (deutsches Wort „Sättigunngs“-beilage…), er ist der Mittelpunkt und spielt die Hauptrolle. Er ist stets diejenige Zutat, die genauestens auf ihre Qualität, Geschmack, Körnung und Garpunkt getestet wird, wenns in der katalanischen Küche um Auszeichnungen oder an der katalanischen Tafel um die Komplimente der Gäste geht.
Auch interessant: Paella Valenciana - Rezept Arroz negro
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