Naturfriedhof Pyrenäen

Naturfriedhof in den Pyrenäen.

Das Tal der Stille am Jakobsweg in den katalanischen Pyrenäen – letzte Ruhestätte fast (wie) im Himmel. Santa Barbara de Pruneres – in einem Landschaftsschutzgebiet, dessen einzige Bewohner einpaar Bergziegen, Schlangen und Eidechsen sind, findet sich eine ca. 800 ha grosse, einsame Finca. Inmitten schroffer Felsen uns sanfter Hügel, einem Flussbett und weiterer kleiner Wasserläufe, herrscht eine fast himmlische Ruhe. Und genau so heisst dieser Gott sei Dank nicht allzu bekannte Ort des Schweigens in den Pyrenäen von Katalonien bei Santa Barbara:

Tal der Stille (Vall del Silenci).

Und hier, nicht einmal zwei Autostunden nördlich von Barcelona, hat der 39-jährige Marian Piper vor ein paar Monaten seine Vorstellung von einer menschenwürdigen Bestattung verwirklicht. Ihm geht es darum, dass sich der Kreislauf des Lebens in einem naturbelassenen Raum schließt. Welches Symbol könnte da besser passen als ein Baum, der mit seinen Wurzeln tief in der Erde verankert ist, seine Äste in den Himmel streckt – Mittler zwischen Himmel und Erde in den geliebten Pyrenäen Kataloniens.

Das Tal der Stille ist ein Naturfriedhof und das erste Projekt eines gemeinnützigen Vereins mit dem Namen „Lasala“. Das Tal selbst liegt an einem Stück des historischen Jakobswegs, dem „Sendero Histórico“, der von der Costa Brava an der katalanischen Mittelmeerküste bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens führt. Der Naturfriedhof ist allerdings erst nach einer kleinen Wanderung, die gern in Kauf genommen wird, zu entdecken. Der kurze Fussmrasch beginnt beim Geburtshaus für natürliche Geburt und endet nach zweieinhalb Kilometern bei einem romanischen Tempel (Santa Maria d’Escales). Dort trifft der Besucher dann auf die Bäume für die Bestattungen, die bereits über Jahre wachsen oder auf Wunsch neu gepflanzt werden. „Wer den Tod des Körpers anerkennt, kann das Leben viel bewusster nutzen“, meint Marian Piper, der Präsident des Vereins „Lasala“.

Alle Menschen, die hier ihre letzte Ruhe suchen, lieben diese katalanische Berglandschaft und wollen auch nach dem Tod zur Erhaltung der Gegend beitragen, denn die Nutzungsgebühren für die Grabstätte werden dafür verwendet. So wie Gudrun Siegfried. Die 60-jährige Kölnerin lebt mit ihrem Mann seit zwölf Jahren in Spanien. Im Tal der Stille hat sie sich auf Anhieb wohlgefühlt und sich bereits „ihren Baum“ ausgesucht.

Für Nicht-Katalanen besteht auch von Deutschland aus die Möglichkeit, sich in Kataloniens Natur bestatten zu lassen. Die Einäscherung muss aus rechtlichen Gründen allerdings in Deutschland vollzogen werden. Die Urne wird an ein spanisches Bestattungsunternehmen überführt und dann im Tal der Stille beigesetzt. „Lasala“ gibt eine Gebührenempfehlung von 1000 Euro (800 Euro Nutzungsrecht und 200 Euro Bestattungsgebühren) für eine einzelne Grabstätte an einem Gemeinschaftsbaum mit 100-jährigem Nutzungsrecht. Die Nutzungsgebühren in Kataloniens Naturfriedhof liegen teilweise deutlich unter denen der meisten Gemeinden in Deutschland. Im Vergleich zur konventionellen Erdbestattung entfallen auch die Kosten für die Grabpflege.

Trotzdem kümmert sich jemand um das Gelände: In den Tälern und auf den Hügeln leben Wildpferde und bald auch Auerochsen, die extra vom Staffelsee eingeflogen werden. Sie sind die perfekten und natürlich angemessen schweigsamen Landschaftspfleger, weil sie die Flächen frei halten und dafür sorgen, dass das Gelände weder verbuscht noch verwaldet.

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